„Aus oder trotz Corona – das Beste draus gemacht“

 

„COVID-19 hat uns, wie den Amateursport im ganzen Land hart getroffen“, so der scheidende Vorsitzende des TuS Gehlenbeck, Jörg Grothe, am vergangenen Freitag, „doch dank des Engagements und der Kreativität all unserer Abteilungen, haben wir das Beste draus gemacht“. Dass die eigene Mitgliederversammlung, traditionell abgehalten in den ersten Wochen eines neuen Jahres, vom größten Sportverein Lübbeckes erst jetzt, Anfang September durchgeführt werden konnte, hatte laut Grothe, „natürlich diesen einen Grund, der seit anderthalb Jahren nicht nur unser Vereinsleben massiv beeinträchtigt“.

Erfreulich unbeeindruckt davon, hat der Verein dennoch Mittel und Wege gefunden, „Verbindendes und Gemeinsames auf den Weg zu bringen, um den heimischen Sportverein auch unter Pandemiebedingungen wie seit mehr als 75 Jahren als vitalen Bestandteil des Gehlenbecker Lokalgeschehens auftreten zu lassen“, so Grothe.

Ein Fotowettbewerb als „TuS-Ball Challenge“, das „Aufgebot“ von rekordverdächtigen 114 Teilnehmern beim gemeinsamen Blutspende-Termin mit dem Roten Kreuz oder der Spitzenwert von 79 erfolgreichen, mit dem Deutschen Sportabzeichen ausgezeichneten Vereinsmitgliedern waren so nur einige der gute Nachrichten, von denen der TuS-Vorstand aus dem Jahr 2020 berichten konnte. Wie vielfältig die Initiativen von Sparten und Mitgliedern dabei ausfielen, zeigen aber u.a. auch ein gemeinsam mit der Grundschule Gehlenbeck angelegter Entdeckerpfad im Wald, der Aufbau eines Trimm-Dich-Terrains neben dem Schweineplatz am Südrand des Ortes oder die Entwicklung einer Vereins-App für das Handy.

Wochenlang ertüchtigten 2020 zudem freiwillige Helfer mit Rohren, Kabeln und Leitungen, die der Haustechnikspezialist Möhlmann dem TuS gestiftet hat, das Sportlerheim am Lerchenweg. Und mit Marko Schubert bekam der Verein von der Stadt einen neuen Platzwart gestellt, so hieß es am Freitag, „der seither einfach einen Top-Job macht“.

Jede Menge Personalien
Abschied nehmen hieß es in 2020 für die Fußballer des TuS allerdings von ihrem Trainer der 1. Mannschaft, Christoph Kämper, der nach sieben Jahr im Amt die Aufgabe zur Saison 20/21 an Ludwig Zeller übergab. Dass dessen erste Saison nach zehn Spieltagen zwar abgebrochen wurde – mit dem TuS indes verlustpunktfrei an der Tabellenspitze endete – lässt ahnen, so der Vorstand einhellig, „dass Ludwig nahtlos in die Erfolgsspur seines Vorgängers tritt“. Gleiches verspricht auch Abteilungsleiterin Janine Kuhlmann, die mit Ute Kämper und Andrea Keiser in der Sparte Fitness & Breitensport ebenfalls „tragende Säulen unseres Kursangebots kürzer treten lassen musste“. Allerdings, so Kuhlmann, „haben wir mit der tollen Unterstützung von Natalie Kerski, Svea Beckschebe und Tatjana Schöphörster unser Programm vollständig aufrecht erhalten können“.

Dass auch die Handballabteilung des TuS nach Corona wieder sämtliche 6 Jugend-, 3 Senioren- und 2 Minimannschaften Mannschaften an den Start bringen konnte, hat nicht unwesentlich auch wieder mit Kreativität und Initiative zu tun. In der als Hallensport von der Pandemie besonders betroffenen Sparte stellte Abteilungsleiter Stefan Finke kurzerhand seine heimischen Rasenflächen als Trainingsgelände zur Verfügung, entwickelte ein dediziertes Hygienekonzept für die Übungsabläufe und freute sich über die prompte Genehmigung dieses unkonventionellen Schritts durch die Stadt Lübbecke – und seiner Tochter Amy.

Neuer Vorstand
Verabschieden musste der TuS auch seinen Vorsitzenden Jörg Grothe, dem dessen bisheriger Vertreter Torsten Jager für „ein beispielloses Engagement dankte“. Grothe versprach, „vielleicht mit weniger ‚Rat‘, aber doch jeder gern gesehenen ‚Tat‘ auch weiterhin immer zur Seite zu stehen“ und zeigte sich zuversichtlich, „das Steuerrad unseres Vereinsschiffs in verantwortungsvolle Hände zu übergeben“. Das allerdings – Stichwort Hände – sind zukünftig nicht mehr zwei, sondern eher zwölf. Denn, angepasst an Empfehlungen des Landessportbundes und unter Beachtung aller rechtlichen Vorgaben, änderte der TuS Gehlenbeck im Beisein von Karl-Heinz Eikenhorst, Kreisvorsitzender des FLVW (Fußball und Leichtathletik Verband Westfalen) seine Satzung. Danach wird die traditionelle Rollenverteilung eines Vereinsvorstands beim TuS ab sofort von einem geschäftsführenden Vorstand abgelöst, der zukünftig im Team die Aufgaben der Vereinsführung wahrnimmt. Dazu zählen nach der Neuwahl vom Freitag, Torsten Jager, Andreas Halwe, Dietmar Manske, Christian Lömker, Jens Meyer und Oliver Wehmeyer. Wie zuvor schon die Entlastung des vorherigen Vorstands, erfolgte auch die Neuwahl der neuen Verantwortlichen ohne Gegenstimme.

„Jetzt ist unsere Hoffnung“, so Torsten Jager, „dass im kommenden Jahr, zum Fronleichnamstag, nicht nur das traditionsreiche Sportfest des TuS seine schon vor Corona gestartete Renaissance fortsetzen kann, sondern im August 2022 auch tatsächlich die Jubiläumsfeier zum 75jährigen Vereinsgründung nachgeholt wird“.

 

Für langjährige Vereinstreue ehrte der TuS-Vorstand  (v.l.n.r.) Friederike Bertling (25 jährige Mitgliedschaft), Julia Kühn (25 Jahre), Matthias Janetzki (25 Jahre), Ingrid Ober-Hongsermeier (für 25 Jahre), Lars Grote (40 Jahre), Erika Kuhlmann (25 Jahre), Patrick Virchow (25 Jahre), Erika Gerdom (25 Jahre), Margret Knobbe (50 Jahre), Kai Sander (25 Jahre), Catharina Langer (40 Jahre), Ulrike Bökenkröger (60 Jahre) 

Der neue geschäftsführende Vorstand des TuS Gehlenbeck (v.l.n.r.): Christian Lömker, Dietmar Manske, Torsten Jager, Jens Meyer und Oliver Wehmeyer. (Krankheitsbedingt nicht dabei Andreas Halwe).

Stellvertretend für den neuen Vorstand des TuS Gehlenbeck verabschiedete Torsten Jager (li.) den bisherigen Vorsitzenden Jörg Grothe mit einem „Giermker Dankeschön“.